Kapitel 1: Was ist Verbraucherjournalismus?

Was ist Verbraucherjournalismus?

Verbraucherjournalismus weist auf Sachverhalte, Missstände oder Probleme hin, versorgt den Leser mit ausgewogenen Informationen und gegebenenfalls Handlungsempfehlungen, die ihn befähigen, in seiner Funktion als Verbraucher im Wirtschaftsleben zu seinem Vorteil zu handeln.

Mehr zu Definitionen des serviceorientierten Journalismus im Buch ab Seite 14.


Warum ist Verbraucherjournalismus gefragt?

Das Leben ist komplexer geworden, es stehen immer mehr Angebote und Informationen zur Verfügung. Der Staat zieht sich aus verschiedenen Bereichen zurück. Die Menschen können mehr Entscheidungen selbstständig treffen. Daher ist Orientierung gefragt. Die zunehmende Komplexität hat im Wesentlichen fünf Ursachen:

  • mehr Eigenverantwortung
  • liberalisierte Märkte
  • kürzere Produktlebenszyklen
  • Individualisierung
  • Informationsflut

Eigenverantwortung – Bürger müssen in mehr Bereichen Eigenverantwortung übernehmen. So sollten sie sich heute beispielsweise – anders als noch frühere Generationen – um ihre Altersvorsorge kümmern. 2001 hat die Regierung mit dem neuen Alterseinkünftegesetz die staatlich geförderte Altersvorsorge eingeführt. Gleichzeitig haben die Politiker beschlossen, das Niveau der gesetzlichen Rente in den kommenden Jahren zu senken. Wer im Alter seinen Lebensstandard halten möchte, muss demnach privat vorsorgen und sollte sich über die Möglichkeiten informieren. Welche Vorsorgeform passt zu mir? Soll ich eine Riester-, eine Rürup- oder eine Betriebsrente abschließen? Oder ist eine Immobilie bei den niedrigen Zinsen vielleicht doch die bessere Anlage? Bei der Vielzahl an Möglichkeiten und Produkten sind Beiträge gefragt, die Vor- und Nachteile verschiedener Vor-sorgewege aufzeigen und die einzelnen Produkte analysieren.

Mehr zur steigenden Relevanz der Verbraucherberichterstattung im Buch ab Seite 16.


Eckpfeiler für guten Nutzwertjournalismus

Wer Nutzwertjournalismus macht, muss klassische journalistische Standards einhalten. Dazu gehören eine gründliche und ausgewogene Recherche sowie eine leicht verständliche Darstellung des Sachverhalts in einer einfachen Sprache. Insgesamt gibt es fünf Eckpfeiler, an denen sich Nutzwertjournalisten orientieren sollten:

  • Kenntnis der Zielgruppe
  • akribische Recherche
  • verständliche Darstellung
  • crossmediale Aufbereitung
  • Nachhaltigkeit

Detaillierte Informationen zu den fünf Eckpfeilern für guten Verbraucherjournalismus im Buch ab Seite 22.